Ein Wechselbad der Gefühle mit dem Jagdvollgebrauchshund, dem Deutschen Jagdterrier

Ein ereignisreiches Jagdjahr 2014 mit viel spannenden Erlebnissen, bei Pirschgängen, Morgen- und Abendansitzen und anderen jagdlichen Aktivitäten ist zu Ende gegangen.

die zu vergebenden DJT Welpen
die zu vergebenden DJT Welpen

Es war ein gutes Jahr. Voller Erwartung sind wir in das neue Jahr gerutscht, gute Vorsätze und Bereitschaft alles noch besser zu machen, bei der Wildfütterung, die nun mit verantwortungsvoller Dosierung durchgeführt werden muß. Die Bejagung von Feld-, Wald-, und Berghasen geht am 15.01 zu Ende, der drastische Rückgang der Bestände ist sehr bedenklich; die Überlegungen wie diese Situation gestoppt bzw. verbessert werden kann, bringen bislang kaum erfolgsversprechende Ergebnisse. Nun ist aber noch die Jagd auf Raubwild intensiv und verantwortungsvoll zu betreiben. Dennoch gilt die Trag- und Aufzuchtzeit als Schonzeit. Ich denke, daß gerade hierbei Jungjäger motiviert werden sollten, um ihr jagdliches Geschick zu vervollkommnen. Der Erfolg hängt vom Gespür, Ansitzverhalten, Licht, Luftströmung und vielem anderen mehr ab. Einen Mondnachtfuchs zu strecken, zählt wohl zu den spannendsten Erlebnissen in der Winterjagdzeit.

Züchter Josef Siedler (links) und LO DJT Club Tirol WM Ludwig Haaser (rechts)
Züchter Josef Siedler (links) und LO DJT Club Tirol WM Ludwig Haaser (rechts)

Die Ansitzzeit bei Nacht, bei Kälte, aber mit dem bestens ausgebildeten fermen Jagdgebrauchshund macht die Sache noch spannender. Der kleine Jagdgebrauchshund liegt im Ansitzsack zwischen den Füssen des Jägers, so ruhig und bewegungslos, als ob er schläft immer die Füsse wärmend.

Man kann es kaum glauben, auf einmal fängt der JGH an zu vibrieren. Das Wunderwerk Hundenase hat mit seiner, auf Wildtiergerüche bestens ausgestatteter, Befähigung Wildwitterung aufgenommen und kann diese auch der jeweiligen Wildart zuordnen. Es wird wohl ein Rotfuchs in der Luftströmung zum Ansitz nach Beute suchen. Nun liegt es am Ansitzjäger, das Richtige richtig zu machen um den roten Freibeuter nicht zu vergrämen und ihn zu strecken: Waidmannsheil.

Der kleine JGH(Jagdgebrauchshund), gemeint ist dabei der Deutsche Jagdterrier, der so vielseitig einsetzbar ist wie kaum ein anderer. Im Winter ist er für die Raubwildjagd der unersetzbare Jagdhelfer, ob beim kalten Mondnachtansitz, ob bei der Fuchsstöberjagd oder bei der Fuchsbaujagd oder auch beim Steinmarder ausstamperer oder unter alten, mit Heu gefüllten, Stadeln oder im Wald in Asthaufen oder unter Holzschlichtungen usw.. 

Auch dort wo sich Schwarzwild angesiedelt hat ist der Deutsche Jagdterrier ein effizienter Jagdhelfer dieses wehrhafte, nicht ungefährliche, Wild aus der Deckung zu treiben, um erlegt zu werden;
hierbei bereitet der DJT (Deutsche Jagdterrier) ein abwechslungsreiches jagern.

Gerade diesem kleinen JGH Deutscher Jagdterrier ist der 03.01.2015 nachmittag im Tiroler Jägerheim gewidmet. Die Welpen sind neun Wochen alt – die beste Zeit für Neuprägung – und werden den neuen Besitzern übergeben.

Ein nettes Beisammensein mit jagdlichen Hundefreunden

 

Ablauf der DJT von der Nordkette Welpenübergabe an die neuen Besitzer:


Innsbrucker Jagdhornbläser
Innsbrucker Jagdhornbläser

Die begrüßenden Worte von Züchter Josef Siedler an die große Zahl von interessierten Jagdgebrauchshundeleuten, Jäger und Freunden wurde von der profilierten Innsbrucker Jagdhornbläsergruppe untermalt.

Bemerkenswert war auch die Anwesenheit der Jagdgebrauchshundevertreter von Tiroler Bracke, Steirische und Brandlbracke, Bayrischer Gebirgsschweisshund, besonders Deutsche Wachtel und des Dachshundes „Daggl“, welche den DJT von der Nordkette die Ehre gaben.

Fachsimpeln: Inge Welzig und Josef Siedler
Fachsimpeln: Inge Welzig und Josef Siedler

Die Bezirksjägermeisterin von Innsbruck, Mag. Fiona Arnold, hob in Ihrer Ansprache die Gemeinsamkeit der verschiedenen Jagdgebrauchshunderassen hervor. Landesjagdhundereferent Josef Tabernig untermauerte die Bedeutung von gut ausgebildeten Jagdgebrauchshunden mit aufmunternden Worten für die anwesenden Festbesucher. Die DJT Obmänner und GF von Kärnten, Steiermark sowie Salzburg haben bei ihren Ansprachen die große Bedeutung dieses vielseitig einsetzbaren, mutigen und freundschaftlichen Jagdgebrauchshundes hervorgehoben. Inge Welzig, die langjährige Tierschutzbeauftagte - das Gesicht des Tiroler Tierschutzes – fühlte sich sichtlich wohl unter dieser Schar von verantwortungsvollen Jägern und besonders Jagdgebrauchshundeführern, denen die Ausbildung der Jagdgebrauchshunde ein großes Anliegen ist.

Eine Gruppe Deutsch Jagdterrier Profis gut gelaunt.
Eine Gruppe Deutsch Jagdterrier Profis gut gelaunt.

Dieses gesamten Festablauf konnte der Vertreter des TJV Mag. Martin Schwärzler wohlwollend und aufmerksam beobachten. Lieber Matin, ich hoffe dass du in deiner wichtigen Funktion immer mit Gutdünken die Geschichte des Tiroler Jagdgebrauchshundewesens unterstützt.

Mit Freude und großen Erwartungen wurden die Welpen, nach bester tierärztlicher Behandlung, Untersuchung und den besten Wünschen, ausgesprochen vom Obmann der DJT der Landesgruppe Tirol WM Luggi Haaser, für das künftige Jägerleben mit Waidmannsheil und HO-RÜD-HO an die meist jungen, aber erfahrenen neuen Besitzer übergeben;

LO DJT Club Kärnten DI Martin Huber (Mitte) und Tierarzt Dr. Gerhard Ohnmacht (rechts)
LO DJT Club Kärnten DI Martin Huber (Mitte) und Tierarzt Dr. Gerhard Ohnmacht (rechts)

Nach einigen Feststunden mit guter gastronomischer Versorgung von der Tiroler Jägerheimorganisation (Fam. Hopfgartner) endete diese außerordentliche Veranstaltung am späten Abend mit aller Zufriedenheit und dem Wunsch auf ein gutes Jagd- und Jagdgebrauchshundejahr 2015.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die jagdliche Arbeit am Raubwild Kunstbau(ziehen  von totem Raubwild aus einer 5m Röhre) konnte mit dem 16 Monate alten DJT „Kroko von der Nordkette“ mit Besitzer und Führer Dr. Christoph Walser, welcher seinen DJT erfolgreich an der ÖJGV erschwerten Schweissprüfung in Reith bei Kitzbühel führte, gezeigt werden. Ebenso konnte die Suche, das Finden und retten eines unter der Erde befindlichen JGH mit modernster Bauhundsuchtechnik demonstriert werden.


Die Züchterfamilie von der Nordkette bedankt sich ganz besonders beim Tiroler Jagdschutzverein für die Zurverfügungstellung des schönen Veranstaltungssaales und die Betreuung der Gäste während der Veranstaltung

 

So einen Welpen bekommen nur Jäger; besonders interessant auch für Jungjäger, denn der Jagdterrier ist ein JGH mit sehr viel genetischen Jagdeignungen, viel Energie und Arbeitwillen, welcher nur mit jagdlicher Ausbildung und jagdlichen Arbeitseinsatz zum feinsten Jägerfreund gemacht werden kann. „Ein unglaubliches Jagdhelfergeschöpf“

Die Welpenzucht muß sehr sorgsam passieren; die ersten vier Wochen besonders ruhig und fein in der angenehmen Wurfkiste; die weiteren 4-5 Wochen sind eine interessante Entwicklungszeit.

Geballte Rechtskraft friedlich und gut gelaunt am Tisch. BJM Mag. Fiona Arnold und Anwälte
Geballte Rechtskraft friedlich und gut gelaunt am Tisch. BJM Mag. Fiona Arnold und Anwälte

Verlassen der Wurfkiste, erforschen der kleinen Umgebung, durchschliefen der Röhre (20cm Durchmesser, 4m lang), erkunden des erweiterten Lebensraumes, schärfen des Orientierungssinnes zum Zurückfinden zum Ausgangspunkt.

Diese vorgenannten Entwicklungen sind entscheidend für die nächste Entwicklungsphase, wie auch der Kontakt mit natural – totem Raubwild, Fuchs und Steinmarder, aber auch der Feldhase sind zum Kennenlernen von jagdlichen Elementen wichtig. In der wärmer werdenden Jahreszeit ist auch Wasser ein ganz wichtiges Element zum Schwimmen und Stöbern im Schilf. Das Durchstöbern von Feld-, Wald- und Buschgelände ist besonders interessant und lehrreich für das spätere Leben als Freund und Jagdhelfer.

Die folgende Ausbildung zum Nachsuchegebrauchhund auf der künstlichen Schweißspur erfolgt der Entwicklung des jungen JGH entsprechend.

Schon mit 9 Monaten beginnt die Prüfungszeit.

 

Es beginnt mit der Spurlaut, Nase, Spurtreue und Führigkeit.

Darauf folgt  die äußerst heikle Formbewertung

Schussfestigkeit mit zwei bis drei Schrotschuss abgegeben im Abstand von ca. 20m Entfernung vom Hund.

Nachsuchearbeit auf künstlich gespritzter Schweissspur, 300m, 3h Stehzeit

Wasserpassion – entsprechend weit schwimmen im stillen Wasser

Ziehen von totem Raubwild aus künstlicher Röhre

 

Damit ist der DJT ein vollwertiger JGH. Das sind die Grundlagen für die  weitere Ausbildung zum vollwertigen Jagdvollgebrauchshund für Jäger und Aufsichtsjäger.

 

Weitere Infos auf: www.djt-vondernordkette.at

Email: J.Siedler@aon.at

 

Ich wünsche Gesundheit, Freude und kräftiges Waidmannsheil

 

HO-RÜD-HO

Josef Siedler – Aufsichtsjäger und Züchter DJT von der Nordkette

 

Die neuen, stolzen Besitzer eines DJT von der Nordkette
Die neuen, stolzen Besitzer eines DJT von der Nordkette