Revierkunstbau zum Bejagen von Raubwild mit den Deutschen Jagdterriern von der Nordkette.

Der Sommer wird sich wohl verabschieden und der Herbst wird seine Funktion übernehmen; die Nächte werden kühler; die Bodennebel zeigen den typischen Herbstbeginn.

Die Blätter der Laubbäume beginnen sich zu färben, das Wachstum der Sträucher und Bäume endet mit der Bildung der Wuchsknospen für das nächste Jahr.

Die Farbenpracht der Herbstzeit im Wald in den Flurbäumen, Auen und Flussufergebieten verzaubert die Natur.

Nun nähert sich auch die Jagdzeit für das Raubwild; Dachs, Fuchs und Marder.

Die Jungen sind schon selbständig, suchen ihre Beute, hauptsächlich Mäuse, Frösche, Würmer, Käfer, Aas und anderes. Ich bin auch davon überzeugt, dass sie oft großen Hunger haben, weil nicht genug Nahrung gefunden wird. Die Natur ist hart und unbarmherzig; nicht alle kommen durch.

Für die erfolgreiche Kunstbaujagd im Spätherbst und Winter ist die Aufbereitung der Kunstbaue von großer Bedeutung. Wenn die Jungräuber auf der Suche nach etwas fressbarem in die Nähe der Kunstbauanlage kommen und dort etwas schmackhaftes vorfinden, so ist gewährleistet, dass sie auch die vom Jäger errichtete Kunstbauanlage wahrnehmen und erforschen, um bei schlechtem, windigem, regnerischem, schneetreibenden Spätherbst- bzw. Winterwetter einen Unterschlupf zu haben.

Wenn die Anlage so angelegt ist, dass sie dem Raubwild entspricht, steht einer Bejagung von Schlaumeier Fuchs nichts mehr im Wege; Voraussetzung dafür ist natürlich ein bestens ausgebildeter Jagdgebrauchshund wie z.B. die „Deutschen Jagdterrier von der Nordkette“.

Dass man nun nicht einfach durch den Wald zum Kunstbau gehen kann, liegt auf der Hand. Ohne Wissen über die Baujagd kann es zu großen Problemen kommen. Das Kommando hat der erfahrene „Bauhundeführer“. Man muss sich gut überlegen, welche Aufstellungspositionen die Jäger einnehmen sollen. Ca. 10 – 20 Meter und mehr vom Eingang des Baues entfernt und über der Anlage. Die Jäger (zwei bis drei) stellen sich so, dass sie einander nicht gefährden. Aber auch der Bauhund darf nicht zu Schaden kommen.

Man geht die Sache äußerst geräuschlos an, denn der Fuchs spürt jede Bodenvibration, hört alles, und macht sich seine Gedanken, was da wohl los ist. Wenn die Jäger die Positionen eingenommen haben, schickt der Hundeführer den Bauhund in den Bau, welcher das Raubwild aus dem Bau sprengen soll. Je ahnungsloser das zu bejagende Raubwild ist, desto leichter bzw. schneller springt es.

Ein Fuchs der durch Geräusche, Stimmen und Bodenvibrationen gewarnt ist, springt nicht gern in die zu erwartende Gefahr; er stellt sich dem Bauhund und unerwünschte Kämpfe im Bau sind die Folge, bei denen Verletzungen für den Bauhund zu erwarten sind – das soll nicht sein! Auch ist mit unerwünschten Wartezeiten zu rechnen. Im Sinne des Tierschutzgesetzes ist auch die Baujagd tierschutzgerecht zu betreiben.

Wenn der ahnungslose Fuchs, durch den Bauhund getrieben, im nötigen Abstand vom Baueingang entfernt, durch eine sichere Schrotgarbe erlegt wird, so ist kaum Stress und Schmerz für dieses Raubwild zu erwarten. Die Jäger bleiben bewegungslos (wie angefroren) stehen, bis der Bauhund die Beute in Besitz genommen hat.

Auch ein mit letzter Kraft flüchtender oder einschliefender Fuchs hat keine Chance; er wird vom Bauhund ergriffen oder in den Bau verfolgt und mit sicherem Kehlgriff wird das letzte bisschen Leben beendet und anschließend aus dem Bau gezogen.

Dass der Bauhund nach erfolgreicher Jagd den Fuchs oder Dachs anständig mit Kehlgriff schüttelt und zerrt gehört zum Jagdritual des Bauhundes; was ihm unbedingt gegönnt sein muss, das ist sein Erfolgserlebins.

Jede erfolgreiche Baujagd mit schnell erlegtem Fuchs, unverletztem Bauhund und allen Jägern wohlauf ist ein tolles, unvergessliches Jagderlebnis.

                                                          

                                                           Waidmannsheil

                                                                                  Josef Siedler

 

 

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