Spurlautprüfung bei Deutschen Jagdterriern - über der Erde

Der Spurlaut ist das regelmäßige, möglichst anhaltende Lautgeben des Hundes auf der Spur, ohne das Wild vorher eräugt zu haben.

Als Sichtlaut wird ein Hund bewertet wenn er nur bei der sichtigen Verfolgung des Hasen laut gibt und sofort verstummt, wenn dieser aus seinem Blickfeld verschwindet.

Sichtlaute Deutsche Jagdterrier werden nicht zur Zucht verwendet. Völlig stumm jagende Hunde können eine Anlagenprüfung nicht bestehen.

Die Spurlautprüfung findet, gesondert von der AP, in Revieren mit guten Hasenbesatz statt. Die Spur des flüchtigen Hasen hat im Gegensatz zu jener der Schalenwildarten eine geringe Duftintensität, die Witterung verflüchtigt sehr schnell und ist für den Hund bald nicht mehr wahrzunehmen. Auf Grund dieser Umstände ist sie ein idealer Gradmesser zur Beurteilung seiner Nasenqualität. Allerdings müssen die amtierenden Richter ein hohes Maß an jagdlicher Erfahrung mitbringen, um, unter Berücksichtigung der stets sehr unterschiedlichen Bedingungen (Wind, Bodenverhältnisse, Wege, Verlauf der Spur, etc.) eine der Leistung des Hundes gerechte Bewertung abzugeben.

Der Hund wird entweder an der leeren Sasse oder auf der frischen Spur des für den Hund nicht sichtigen Hasen angesetzt und soll diese passioniert und zügig ausarbeiten. Er hat dabei auch schwierige Passagen, wie Haken oder unterschiedlichen Bodenbewuchs, Wege, etc. zu überwinden. Der Laut soll dabei nach etwa 30-50 Meter Spurarbeit einsetzen, und er wird diese im Idealfall, Schlag auf Schlag lautgebend, an die 400 Schritte oder noch weiter verfolgen.

Bei der Benotung des Faches Spursicherheit wird das möglichst rasche und sichere Ausarbeiten der Spur bewertet. Ständiges Überschießen der Spur kann sowohl Übereifer und mangelnde Erfahrung, als auch schlechte Nasenqualität zur Ursache haben.

Beim Spurwillen wird die Hartnäckigkeit und der unbedingte Wille des Hundes die Spur zu halten, bewertet. Dieser kann auch bei sehr spursicheren Hunden oft schwach ausgeprägt sein, wenn sie kurzjagend veranlagt sind. Das ständige Bemühen eines Hundes, die verlorene Spur wieder zu finden, zeugt von hohem Spurwillen der im Allgemeinen beim Deutschen Jagdterrier stark ausgeprägt und auch erwünscht ist.

Die Richter haben den Hund auch hinsichtlich seines Wesens, seiner Führigkeit, seines Gehorsams und den Willen, etwa nach dem Arbeiten der Hasenspur wieder zu seinem Führer zurückzukehren, zu beurteilen und etwaige Auffälligkeiten zu vermerken.

An einem weiteren Prüfungstag werden, neben einer Bewertung durch einen Formrichter, die restlichen Fächer der Anlagenprüfung (Schussfestigkeit, Schweißarbeit, „ziehen verendeten Raubwildes aus dem Bau“ und Wasserfreude) abgenommen.