Vollgebrauchsprüfung, am 10.09 und 11.09 in Kärnten/Hermagor

Ein weiteres Kapitel ist für die Zuchtstätte von der Nordkette sehr erfreulich mit Erfolg abgeschlossen worden. Am 10.09 und 11.09.2011 wurde in Kärnten/Hermagor die Österreichische-Club-Vollgebrauchsprüfung für Deutsche Jagdterrier durchgeführt.

Für diese höchst anspruchsvolle Jagdgebrauchshundeprüfung waren 23 Deutsche Jagdterrier gemeldet.

Zugelassen wurden Deutsche Jagdterrier, welche die Anlagenprüfung und die Jagdgebrauchsprüfung auf Raubwild mit Erfolg abgelegt haben (siehe Text Anlagenprüfung und Vollgebrauchsprüfung).

Geprüft wurde in wunderbaren Revieren mit bester Eignung für die Prüfung.

 

Geprüft wurde:

1) Arbeit unter der Erde

Geprüft wird die Eignung auf Raubwild am Naturbau im Zuge der Jagdausübung, sowie das Ziehen von totem Raubwild (Fuchs oder Dachs) aus einer fünf Meter lange Röhre, 18cm breit 20cm hoch.

 

2) Arbeit über der Erde

Schweißarbeit:

 

Stehzeit der aufgespritzten Nachsuchefährte wird nach 18 Stunden nachgesucht. Die künstliche Wundfährte hat eine Länge von 600 Metern aufzuweisen und ist mit 1/4 Liter Wildschweiß (Reh- oder Rotwild) zu spritzen oder zu tupfen. Sie ist mir zwei stumpfwinkligen Haken zu versehen und mit Nackenwind auszuarbeiten. In der Wundfährte sind zwei Wundbetten einzubauen. Am Ende der Fährte ist ein Stück Schalenwild oder eien Decke mit Haupt auszulegen von der Wildart, von deren Schweiß díe Fährte gespritzt wurde.

 

Feies Stöbern im Wald:

 

Der Hund muß den Willen zum Finden von Wild durch planmäßiges Absuchen der Geländes zeigen. Für den Deutschen Jagdterrier ist zu kurzes Stöbern und kleben am Hundeführer nicht erwünscht. Gefundenes Haarwild hat der Hund spurlaut jagend zu verfolgen bzw. Federwild zum Abstreichen zu bringen.

 

Feldarbeit:

 

Schleppenarbeit kann mit Haar- oder Federwild (Hase, Ente, Wildtaube, Schnepfe, etc.) durchgeführt werden. Die Prüfung dieser Fächer ist im offenen Gelände, auf einer Wiese, mit entsprechendem Bewuchs durchzuführen. Die 150m lange Schleppe ist unmittelbar vor der Prüfung möglichst mit Nackenwind unter Einlegung von zwei stumpfwinkligen Haken anzulegen. Der Hund darf das Anlegen der Schleppenarbeit nicht beobachten können. Der Hundeführer hat den Deutschen Jagdterrier nach  Anlegung der Schleppenspur am markierten Anschuss anzusetzen, dabei ist es ihm gestattet mit dem Hund ca. 30 Schritt am Riemen zu arbeiten.

 

Ausarbeiten der Schleppe:

 

Beim Ausarbeiten der Schleppe ist auf die Ausarbeitung der Haken, das Überspringen oder Abschneiden eines oder beider Haken ist entsprechend zu bewerten.

 

Bringen leichten Haar- oder Federwild:

 

Der Hund wird auf der Schleppenspur angesetzt und arbeitet diese sauber aus, findet das ausgelegte Haar- oder Federwild nimmt es mit sauberen Griff auf und apportiert es dem Hundeführer und gibt es nach Sitz frei ab.

 

Freiverlorenbringen:

 

Bei Freiverlorenbringen wird das leichte Haar- oder Federwild in eine Deckung geworfen die nur so Hoch sein darf, dass die Arbeit des Hundes ständig im Auge behalten werden kann. Hund und Hundeführer dürfen das Werfen des Wildes nicht beobachten. Die Wurfweite soll ca. 25 Schritt betragen.  Dem Hundeführer wird die Richtung gezeigt in der das Wild zu suchen ist. Nach dem Schnallen hat der Hundeführer an dieser Stelle stehen zu bleiben - der Deutsche Jagdterrier sucht frei unter Ausnutzung des Windes das geworfene Haar- oder Federwild, findet dieses und apportiert es dem Hundeführer und gibt dieses nach Sitz frei ab. 

 

Ablegen des Hundes mit Schussabgabe:

 

Der Hundeführer pirscht mit seinem Hund durch das zugewiesene Gelände; bei einem von den Richtern bezeichneten Punkt legt er den Deutschen Jagdterrier in der von ihm bestimmten Weise ab; darauf pirscht der Hundeführer soweit vor, dass er vom abgelegten Hund nicht mehr eräugt werden kann. Nun gibt eine befugte Person in einem angemessenen Abstand zwei Schüsse aus einer Jagdflinte ab.

 

Ablegen frei:

 

Der Hund darf sich bei der Schussabgabe ausetzen muß sich aber bis zur Rückkehr seines Hundeführers ruhig verhalten.

 

Pirschen bei Fuß:

 

Der Hund hat an der linken Seite in Fußhöhe des Hundeführers oder kurz dahinter  diesem zu folgen. Der Hund hat sich dabei aufmerksam und ruhig zu verhalten; untersucht er dabei frische Fährten, so kann ein kurzes Zurückbleiben toleriert werden. Bei einer kurzen Beobachtung des Führers nimmt der Hund automatisch die Stellung "Sitz" oder "Platz" ein. 

 

Verhalten am Stand:

 

Beim Standtreiben, das möglichst jagdnah auszurichten ist werden die Hundeführer wie Schützen bei einer Treibjagd and der Triebflanke in entsprechendem Abstand aufgestellt; der Hund hat sich neben seinem Führer sitzend abgelegt vollkommen ruhig zu verhalten; die Dickung wir nun mit dem üblichen Treiberlärm durchgedrückt. Der Hund soll sich während dieser Prüfung ruhig verhalten.

 

Allgemeiner Gehorsam:

 

Im Gehorsam wird der Hund nicht gesondert geprüft; der feine Gehorsam hat sich durch die gesamt Prüfung hindurch dadurch zu zeigen, dass der Hund aufmerksam und willig arbeitet, den vernommenen und verstandenen einmaligen Zuruf, Wink oder Pfiff seines Führers gerne und sofort folgt.

 

Wasserarbeit:

 

Zur Wasserarbeit des Deutschen Jagdterriers ist grundsätzlich zu sagen, dass hier der Maßstab nicht zu hoch angelegt werden darf. Durch die geringe Größe des Deutschen Jagdterriers bzw. seine kürzeren Läufe erfordert die Überwindung von Hindernissen im Schilfwasser enorme Körperkraft. Obwohl er vieles durch seine Passion wett macht ermüdert der Deutsche Jagdterrier bei der Wasserarbeit schneller als Vertreter größerer Hunderassen.

  • Stöbern im Schilfwasser

Ein guter Stöberhund muss im Schilf und im Wasser stöbern, auch ohne Wild in der Nase zu haben. Jeder Hund soll zuerst ohne Ente im Schilf und im Wasser geprüft werden; er soll sich von seinem Herrn leiten lassen und Gehorsam zeigen.

  • Bringen aus tiefem Wasser

Eine befugte Person gibt auf Anordnung der Richter einen Schuss ab; im selben Augenblick wirft eine dritte Person eine bei der Jagdausübung erlegte Ente genügend weit in Wasser; der Führer kann nun seinen Hund schnallen und mit einem "Bring"-Befehl seinen Hund ins Wasser schicken. Der Hund sucht und bringt die geworfene Ente rasch zum Führer und hat sich vor den Führer zu setzen und die Ente auf Befehl abzugeben.

  • Arbeit hinter der Ente

Eine Ente wird in der markierten Deckung ausgesetz; diese Vorbereitung darf der Hund nicht eräugen. Die Deckung ist nach Möglichkeit so zu wählen, dass der Hund mit gutem Wind angesetzt werden kann. Der Hund wird an der markierten Stelle angesetzt und hat die freigelassene Ente auf der Schilfwasserschwimmspur zu suchen und zu finden. Sobald der Hund die Ente aus der Deckung drückt und sichtig verfolgt ist sie vom Führer oder von einer dazu berechtigten Person zu erlegen, wenn das ohne Gefährdung der allgemeinen Sicherheit möglich ist. Der Hund hat die Ente zu finden und dem Führer aus tiefem Wasser zu bringen und im Abstand von drei bis vier Metern nach Befehl dem Führer abzugeben.

Diese höchsanspruchsvolle Jagdgebrauchshunde Qualifikationsgebrauchsprüfung ist für alle jagdlichen Belange wofür der Deutsche Jagdterrier eingesetzt werden kann ausgerichtet. Der Deutsche Jagdterrier zeigt hierbei mit hoher Passion wie er als Jagdhelfer beinahe alle Bedürfnisse erfüllt, die bei der Jagdausübung erforderlich sind.

Dabei bleibt oft kein Auge trocken.

 

Erfreulich war besonders, dass auch drei Jagdterrierführergespanne aus Tirol bei dieser Jagdgebrauchshundeprüfung teilgenommen und die gestellten Aufgaben mit Erfolg gemeistert haben.

Besonders erfreulich für mich sind die zwei Hundeführer Reinhard Peinpolt mit Bora vom Mittergraben (Vater: Dani von der Nordkette) und Rene Hartleb mit Imo von der Nordkette (Mutter: Conny von der Nordkette, Vater: Balu von Düwelsdamm).

Meine grosse Wertschätzung gilt allen teilgenommenen Hund und Führergespannen, allen Leistungsrichtern, die für die Bewertung der Arbeiten hohe Kompetenz zeigten, sowie ganz besonders den Veranstaltern der Landesgruppe Kärnten.

 

Besonders erwähnen darf ich die Leistung von Rene Hartleb, der mit dem jungen Rüden IMO von der Nordkette, geboren am 31.01.2010, schon eine hervorragende Anlagenprüfung und spurlaut, jagdliche Eignung auf Raubwild sowie eine erschwerte Nachsucheschweißprüfung mit Erfolg abgelegt hat.

 

Züchter von der Nordkette

Josef Siedler