Waldhühner!

Ein Anblick, der mich überraschte und sehr freute!

Ein Pirschgang am Freitagnachmittag war das Ergebnis eines Wetterumschwunges. Wie es so ist in Tirol, dass sich Regenwettertage der Reihe nach die Hand geben, aber das ist gut so, woher kämen denn sonst die schönen grünen Wiesen und Blumen, ein doch gesunder Wald usw. Eine wunderbare Landschaft.

 

Mittags gibt es schon leicht verhinderten Sonnenschein und es wird immer besser. Ich wollte am Samstag ine Morgenpirsch machen, doch der Wetterumschwung kommt mir sehr gelegen. Ich packe schon Freitag um 14.00 meine Sachen; Rucksack, Jause, Regenschutz, Bergstock und Swarovski Feldstecher; nicht zu vergessen meine drei Deutschen Jagdterrier von der Nordkette (conny, Dani und Josefin, die junge gerade in Ausbildung stehende ein Jahr alte Fini, eine sehr aufgeweckte und interessierte Hündin)

Das Ziel dieses Pirschganges ist ein ganz besonderer Platz im Revier von BJM DI (FH) Anton Larcher, ganz hinten in der Klamm, wo eine kleine neu aufgestellte Jagdhütte („Fetigbaugamsstadl“) steht.

Gamsstadl
Gamsstadl

Ein Hubschrauber hat uns geholfen, so dass wir die Hütte nicht selbst tragen mussten. Ein sensationeller Platz, nach einer Stunde Pirschgang, in der kleinen Hütte Rast zu machen und das gesamte Panorama Umfeld zu beobachten. Hier dreht es sich hauptsächlich um Gamsanblick. Vereinzelt ist auch ein Hochlagenreh im Anblick, sowie auch Rotwild, Kolkraben, Zirbngratschen, Grün- und Schwarzspechte, sowie viele andere kleine Luft- und Flugbewohner, welche den Anblick ergänzen, in der Hütte über der Klamm im Gebirgstalkessel.

Der Steinadler, der mächtige Fluggleiter zieht seine Kreise, hoch oben und sucht mit seinen scharfen Augen, ob sich irgendwo Beute für ihn bewegt.

Der Ruhe- und Beobachtungsaufenthalt ist meistens viel zu kurz, um diesen wunderschönen Ort richtig geniessen zu können.

Nun geht der Pirschgang wieder zurück durch den Kalkgebirgsschluchtenwald, wo hauptsächlich Weissföhre, Latschen, Spirken, Eiben, vereinzelt Lärchen und Fichten, Vogelbeere, Mehlbeere uvm. wachsen.

Die behaarte Alpenrose, Preiselbeere, Moosbeere ua. Ergänzen die karge Vegetation in diesem Gebiet und bedecken den Waldboden.

 

Panorama
Panorama

Ich taste mich vorsichtig über den Jägerpirschsteig nach unten; mit den drei Jagdbegleitern (Jagdterrier) hinter mir, an der Leine, geht’s langsam, alles beobachtend, bergab. Leichter Regen und die wunderbare Luft im Bergwald machen den Gang zum regelrechten Luft-Kneippgang, als ich plötzlich auf einer Distanz von etwa 4-5m hinter einem Baum eine kleine niedere Bewegung wahrnahm blieb ich stehen und versuchte im niederen Gebüsch etwas zu sehen. Ich dachte an einen Hase, der sich geduckt davon machte. Auch eine paar Schritte nach vor, um besser sehen zu können, gaben keinen Aufschluss über die Wahrnehmung Ein ca. zwei Quadratmeter großer Platz mit Waldnadeln bedeckt, 2,5m vor mir erregte meine Aufmerksamkeit; mit flachen grauschwarzen und ein bisschen weiß flachen Gebilden am Boden, ohne Bewegung mit dem Waldboden verschmolzen, ähnlich einem Vogel, flach und ausgebreitet, bewegungslos.

Es war mir in kurzer Zeit nicht möglich zu eruieren, was genau diese drei Bodenzeichen zu bedeuten hatten.

Aber plötzlich kommt Bewegung in das Bild und drei Haselhühner flattern mit großer Geschwindigkeit durch den schütteren Bergwald und verschwanden hinter der mächtigen Bergwaldwölbung.

Die Überraschung ist gelungen; ich hatte vorher noch nie Haselhühner in freier Wildbahn gesehen. Diese Tarnung im Waldboden erschien mir wie verzaubert.

Ein wunderbarer Anblick, an den ich öfter denke als an den Spritpreis für mein Geländeauto.

 

Solche und viele andere Erlebnisse im Revier ist wie das Salz in der Suppe und erfüllt den Wahrnehmungsauftrag des Jägers im Bergrevier.

 

Sehr erfreut über das seltene Erlebnis nähere ich mich meinem fahrbaren Untersatz und rette mich vor inzwischen eingesetzten Regen.

 

Waidmannsheil an die Natur für den wunderbaren Anblick

 

Siedler Josef - Aufsichtsjäger

 

 

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