Auch das Jagern auf Raubwild hat jahreszeitlich ein Ende (Ende Februar) im Jahresablauf

Nachdem die Hasenjagd vorbei ist, haben wir einigermaßen einen Überblick über die Dichte des Hasenbestandes in den Tiroler Jagdrevieren. Aufgrund von Infos aus den Jagdabläufen, gibt es Reviergebiete mit relativ guten Hasenbeständen, jedoch gegenteilige Meldungen sind bekannt, wo die Dichte kaum erwähnenswert erscheint.

Der Entnahmeeinfluss auf die Hasendichte durch die Jagd ist sicher unerheblich, denn die gemeldeten, bei der Jagdausübung erlegten Hasen, sind so unbedeutend auf das gesamte Jagdgebiet Tirol gerechnet, dass man nicht von einer beeinflussenden Menge sprechen kann. Dass Fuchs, Dachs und Marder wahrscheinlich eine wesentlich höhere Hasenentnahme verursachen ist unbestritten. Nun kommen noch die Räuber aus der Luft dazu; die Bussarde, Habichte, Uhu, Sperber, alle Arten Krähenvögel und noch manche mehr.

Auch Hauskatzen trifft man des Öfteren tief im Wald auf der Suche nach Beute. Alle zusammen haben durch ihr Beuteverhalten enorme Auswirkung auf den nachwachsenden Hasen- und Rauhfußhuhnbestand. Eine wissenschaftliche Feststellung der Entnahmemenge durch die vorgenannten Räuber wäre interessant und würde den Sinn bzw. Unsinn verschiedener Schutzmaßnahmen wohl arg ins Wanken bringen.

 

Aber nun zur jagdgesetzlichen Raubwildbejagungspflicht der Jäger zum Schutz der Friedwildvorkommen in den Revieren.

Vorgenannter Hasenbestand, Reh- und Gamskitz sowie Murmeltier, aber ganz besonders alle Rauhfußvögel (Wald- und Hochlandvögel) sollen durch eine intensivere Bejagung des Raubwildes geschützt werden. Es soll aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass Haarraubwild als reines Schadwild betrachtet wird, denn die drei Haarraubwildarten sind besonders attraktive Naturbewohner, die auch ihre Aufgaben zu erfüllen haben. Ohne Raubwild würden die unzähligen Mäuse auf Feld und im Wald große Schäden verursachen, liegengebliebenes Aas würde nicht verwertet werden. Hin und wieder werden auch überzählige Hühnervögel aus dem Stall entnommen.

Was wäre die Wildbahn ohne diese besonders interessanten Räuber.

 

Leider sind neben der räuberischen Tätigkeit auch diverse Erkrankungen wie Tollwut, Staupe, Räude, Fuchsbandwurm u.a. ein wichtiger Bejagungsgrund, denn eine Ansteckung von Haustieren, besonders Haushund, aber auch der große Homo sapiens kann durch die Tollwut oder Fuchsbandwurm schwerst beeinträchtigt werden, Ansteckungen können sogar tödlich enden.

 

Auf verschiedenste Arten wird die Bejagung betrieben; die am meisten bekannte Praxis ist wohl die nächtliche Ansitzjagd bei Mondlicht, leider kann das sehr kalt werden, aber auch   Stöberjagd auf Niederwild und Fuchs, zufällige Begegnungen auf der Pirsch oder bei üblichen Jagdansitz sind denkbar.

 

Eine besonders effektive Bejagung des Raubwildes ist die Jagd am Revier-Raubwild-Kunstbau, eine von Jägerhand, einem natürlichen Bau nachempfundene Bauanlage mit Betonröhre (im Durchmesser 20-25cm) und Kessel (in frostfreier Tiefe) und Fluchtröhre ins Freie.

Revier-Raubwild-Kunstbauten werden so im Revier positioniert, wie die Naturbauten von Fuchs und Dachs selbst angelegt werden würden. Die Lehre durch Beobachtung!!!

Im Jagdrevier vom Bezirksjägermeister sind zehn solcher Anlagen realisiert, alle waren bis heute nicht erfolgreich zu bejagen, jedoch konnten bei der Mehrheit der Baue zahlreiche Füchse und Dachse aus dem Bau gesprengt und erlegt werden. Auch mehrere Gehecke waren schon in den Kunstbauten. Insgesamt sind mir nicht weniger als 48 Anlagen in den Tiroler Revieren zum Bejagen mit meinen Deutschen Jagdterriern bekannt. Diese Anlagen wurden von Nordkettlern, Revierbetreibern und Revierjägern gemeinsam eingebaut, wobei in keinem Revier weniger als vier solcher Anlagen errichtet wurden.

Die Bejagungserfolge sind unterschiedlich, aber doch immer interessant; bei jeder Baujagd gibt es neue Erkenntnisse.

Die Kooperation Nordkette Bauhund mit diversen Revierbetreibern funktioniert außerordentlich gut und konstruktiv. Es kommen nur meine drei zur Baujagd abgeführten Deutschen Jagdterrier von der Nordkette Conny, Dani, und Benda zum Baujagdeinsatz.

 

Ich bedanke mich bei allen aufgeschlossenen Revierbetreibern im Inntal und Revierbetreibern in Waldgebieten bis 1000m und wünsche weiterhin interessante und erfolgreiche Raubwild und Raubwild-Baujagd.

                                                                                                          Josef Siedler

 

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