Nicht jede Jagd endet gut

Mit Freude sind wir den verschiedensten Jagdeinladungen gefolgt, Jagdabläufe wie wir sie in Tirol nicht kennen.

 

1)      Schwarzwildbewegungsjagden

2)      Bewegungsjagd auf diverse Wildarten

3)      Raubwildspezialjagd – Kunst- und Naturbau, Fuchs, Dachs und Marder

 

Mit dem Jagdvollgebrauchshund dem Deutschen Jagdterrier, Deutscher Wachtelhund und dem kleinen Dachshund waren dieses oben genannten Jagden immer ereignis- und lehrreich für Hundeführer und Jagdvollgebrauchshund.

Dass diese Jagdabläufe nur dort durchgeführt werden, wo das Landesjagdgesetz und die Umstände es zulassen ist selbstverständlich, wird aber, wie wir das erleben durften mit bester Organisation und Disziplin sowie auch mit gewünschtem Erfolg durchgeführt. Besonders in den Schwarzwildrevieren ist meist der Gehölz- und Strauchbewuchs sehr dicht und für den Jäger undurchdringlich.

Der Jagdvollgebrauchshund, im Speziellen, der Deutsche Jagdterrier von der Nordkette, Die Deutsche Wachtel und der Dachshund (Dackel) suchen auf den Wechseln des Schwarzwildes den Zugang zu deren Ruheplätzen, verbellen und attackieren entsprechend sodass alles in Bewegung kommt und die Jagd möglich wird. Verletzungen der Stöberhunde sind daher immer möglich und enden nicht immer gut, sodass nur tierärztliche Versorgung das Leben des Jagdgebrauchshundes retten kann.

Einen unserer kleinen schwarzen mutigen Jagdhelfer hat es heimtückisch getroffen und zwar beim Durchstöbern eines mit Dorn- und Stachelgebüsch dicht bewachsenen Waldgebiets, in dem auch am liebsten die Schwarzkittel ihre Ruheplätze suchen. Es ist nämlich ein Dornspitz unter dem Fell- und Hautschutz des Jagdgebrauchshundes stecken geblieben und in den kleinen Tierkörper gewandert (das kleine Ding konnte durch die Haut nicht mehr zurück) bis es am Knochengerüst der Wirbelsäule stecken geblieben ist.

Der Verbleib dieses winzigen Fremdkörpers hat eine Entzündung ausgelöst und in der Folge eine Vereiterung am Wirbelsäulenknochen verursacht, welche in der Folge eine Lähmung des hinteren Körperteils (hinterer Wirbel, Rute, hintere Läufe und einiges mehr) verursachte.

Auf Empfehlung des betreuenden Tierarztes wurde ein spezielles Tierklinikum in München aufgesucht um, wenn möglich, diese Jagdfolgeverletzung zu sanieren. Nach allen möglichen Untersuchungen und Röntgenergebnissen konnte eine vorläufig erfolgreiche Operation am Rückgrat des kleinen Hundes durchgeführt werden und nach zwei Wochen wieder vorläufig in die häusliche Pflege entlassen werden. Nachpflege, Nachkontrollen und Hundetherapien welche zum erstarken des Patienten notwendig sind, waren sehr aufwendig.

Dass der kleine zweijährige Deutsche Jagdterrier diese Prozedur, so hoffen wir, vorläufig gut überstanden hat, liegt in dem sicher unbändigen Lebenswillen dieser Jaghunderasse.

Dass bei so intensiven und vielfältigen Jagdeinsätzen, die der Jagdgebrauchshund für die Jägerschaft mitgestaltet; ohne gut ausgebildeten Jagdgebrauchshund keine Stöberjagd; keine Nachsuche, keine Wasserarbeit, keine Raubwildjagd, keine Jagd auf Schwarzwild usw.

Bei all diesen vorgenannten Jagdgebrauchshundearbeiten sind Unfälle für Hundeführer und Jagdgebrauchshund immer möglich. Die Jagdgesellschaft zieht zum letzten Jagdtrieb in die Klause. Der Jagdgebrauchshundeführer wartet auf seinen Jagdgebrauchshund der unter Umständen verletzt ist, eventuell in eine Schlucht gefallen, vom Hirsch geforkelt oder vom Fuchs, Dachs oder sonstigem Wild schwerst verletz ist.

Mit diesen Sorgen bleibt er dann stets alleine, weil es dafür keine Solidaritätsregelung gibt, die dem Hundeführer hilft. Oder gibt es so was?

Der Jagdgebrauchshund und sein Führer ist immer größeren Gefahren und in der Folge enormen Kosten ausgesetzt.

WAS NUN ?

Soll der Jagdgebrauchshundeführer damit wirklich alleine gelassen werden? Kein Jäger kann Freude an der Trieb-Schüssel haben, wenn er weiß mit welchen Sorgen der Jagdkamerad auf seinen vierläufigen Freund wartet, der unter Umständen schwer verletzt irgendwo im Wald liegt, oder so zurückgekommen ist, oder vielleicht schon beim Tierarzt in OP-Behandlung steht, was in der Folge mit enormen Kosten verbunden ist.

 

Ich wünsche dem kleinen braven Jagdhelfer beste Genesung, seinem Führer große Pflegebereitschaft und viel Glück.

 

Züchter Josef Siedler

 

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