Erlebnis mit dem Adler – dem König der Lüfte

Dass der Adler das stolze Wappentier für das schöne Land Tirol darstellt, ist hierzulande allseits bekannt. Auch Herrscher anderer Völker bedienten sich dieser majestätischen Fluggeschöpfe; überall begegnet man diesen Geschöpfen mit Ehrfurcht und größter Wertschätzung.

Nun zu meiner Beobachtung:

 

Adlerhorst mit zwei Jungadler im Revier von LJM DI (FH) Anton Larcher
Adlerhorst mit zwei Jungadler im Revier von LJM DI (FH) Anton Larcher

Dass ich Jäger bin, ist die Voraussetzung um einen Jagdterrier zu führen; und dass dieser kleine für alles interessierte Jagdhund und Jagdhelfer viel Bewegung braucht liegt in der Nature der Sache.

Als Jäger und Aufsichtsjäger „Jagdrevierkontroller und –wahrnehmer bin ich sehr viel im Wald und in den Hochlagen sowie Oberholzgebieten unterwegs. Meine Begleiter, es sind meistens zwei, attraktivieren diese Beobachtungs-Pirschgänge erheblich. Ihr Windfang (Nase) ist ständig aktiv. Düfte, Gerüche, Fährten bzw. Spur-„Witterung“, welche für den menschliche Geruchsinn nicht wahrnehmbar ist, wird angezeigt.

Wichtig dabei ist, dass die Regungen des Jagdbegleit-Gebrauchshundes verstanden werden und nicht als ungestüme, undisziplinierte Bewegungszeichen abgetan werden.

So mancher Anblick war mir dadurch möglich, was ohne aufmerksamen Wundernasler verborgen geblieben wäre. Da ich auch Züchter von Jagdgebrauchshunden, den Deutschen Jagdterriern von der Nordkette, bin und auch Junghunde führe, sind solche auch immer wieder bei den Waldgängen dabei, um ihnen den Interessensbereich „Wald und Jagd“ näher zu bringen.

Im Jagdrevier des Landesjägermeisters DI (FH) Anton Larcher, das ich betreue, sind große Waldflächen – bis ca. zwei Hektar groß – mit Drahtgitterzaun gegen pflanzenäsende Wildtiere gesichert, um die Aufforstung nicht zu gefährden. Die Flächen sind Hagelschlagschadflächen und wurden vor etwa 20 Jahren geschlägert und neu aufgeforstet. Ein ideales Gebiet für Jungjagdgebrauchshunde das Suchen und Stöbern zu erlernen.

Ich denke zwei Jahre zurück, im Juli, wo ich wieder einmal mit den Jagdgebrauchshunden unterwegs war und einen kleinen, jungen, stöber- und suchwilligen im eingezäunten Waldstück seiner Begierde überließ.

Nach einiger Zeit des Suchens wollte der kleine Stöberer und Sucher wahrscheinlich eine größere Fläche absuchen, und suchte am Gitterzaun nach einer Möglichkeit zu entkommen, was natürlich nicht gelang.

Die Bemühungen am Zaun ein Loch zu graben scheiterten am Wurzelgeflecht der Bäume was der kleine Jagdgebrauchshund mit Zerrgebell und anderen Lauten quittierte. Die Laute waren kein klares Bellen, sondern kreischend.

Ich beobachtete von ca. 50m Entfernung die Intensität und Ausdauer dieser Bemühungen, als ich ganz plötzlich über die Hochwaldbaumwipfel das Tiroler Wappentier herausstreichen sah, der direkt den Standort des kleinen Jagdterriers ansteuerte. Über den ca. 2 Meter hohen Jungwald an der Umzäunung drehte der große Greifvogel einige Runden und kommt tiefer, um das am Boden kreischende zu sondieren; als er auf der Höhe von ca. 20m war, wurde mir schon etwas mulmig und ich machte mich bemerkbar, was dem kleinen Vierläufer sicher zu Gute kam. Der Adler strich über die Baumwipfel hinweg ab. Eine interessante Beobachtung!

 

Viele tolle Erlebnisse konnte ich mit meinen Jagdterrier Gebrauchshunden inzwischen erleben und genießen. Ob Nachsuchen, Niederwild Stöberjagden, Fuchsstöbern bzw. Fuchsbaujagden, Schwarzwildbewegungsjagden, Wasservögel auf Teich und Flüssen und äußerst beziehungsvolle Pirschgänge.

 

Nun sind zwei Jahre vergangen und Revierarbeit steht an; Hochsitzbau, Pirschsteige erstellen und putzen, Bäume abasten für freie Ansitzblickerweiterung, usw.

Meine kleinen Jagdbegleiter sind stets dabei und an einem Baum abgelegt und angebunden.

Wir Jäger haben Beschäftigung mit diversen Arbeiten, jedoch für die Hunde mag es wohl langweilig sein, wenn stundenlang nur liegen, beobachten und schlafen angesagt ist.

Ein Waldmaus erregte die Aufmerksamkeit und was gäbe es schöneres als diesen kleinen Waldnager aus seinem Wohnungsloch zu graben.

Die Vorderläufe und das starke Gebiss in Einsatz gebracht und los geht’s; im Nu ist ein Loch gegraben, aber starke Wurzeln behindern das Weiterkommen und die Maus bleibt unerreichbar.- da hilft das kreischende Gebell während der Grabarbeiten auch nichts, bleibt aber nicht unbemerkt.

Gerade dabei stark beastete Bäume in Augenschein zu nehmen, wie man durch schonenden Astschnitt mehr freie Sicht bekommt, beobachte ich, wie sich ein Adler in schnellem Gleitflug der Arbeitsstelle des Jagdgebrauchshundes Jagdterrier nähert. Mir ist bekannt, dass durch den starken Zugriff der Krallen auf ein Beutetier, dieses sofort schockgelähmt ist und der mächtige Schnabel den notwendigen Rest erledigt. Also habe ich mich schnell mit heftigen winken und rufen gezeigt; mit sichtlichen Erfolg, denn der Flug Beutegreifer – Steinadler ist mit momentanen Wirbelflug abgedreht und der Mäusegräber hat Glück gehabt.

Mit der oben beschriebenen Adler-Hund erlebnisse ist so glaube ich erwiesen, dass die Flugräuber nicht nur im eigenen Blickfeld, sondern auch nach akkustischer Wahrnehmung ihre Beute bejagen. Bei den zwei Erlebnissen war vorerst kein Adler im Anblick; sie kamen aufgrund der Bell-Geräusche.

Ich habe von missglückter Adlerverschreckung gehört und nicht mit Steinen geworfen, denn wie leicht könnte ein Querschläger tödliche Folgen verursachen.

Im Übrigen beobachte ich mit großer Freude den oder die Adler, wenn sie die Flugkreise in den Lüften ziehen; ein wunderbares Bild und Naturereignis am Berg mit Besonderheitswert; ein echter König der Lüfte.

 

Ich hoffe, dass wir noch lange diese majestätisch eleganten Flugakrobaten erleben können

 

Mit Waidmannsfreude für den Steinadler

 

Aufsichtsjäger Josef Siedler

 

Die Adlerfotos sind vom Innsbrucker Alpenzoo zur Verfügung gestellt.

 

Geehrter Herr Direktor Dr. Martys! Lieber Michl! Ich bedanke mich für Dein Entgegenkommen.

 

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