Eine anspruchsvolle Aufgabe - Nachsuche

Der Ruf einer Nachsuche erreichte den „Nachsuche“- Hundeführer -Ein Stück Rotwild „Hirsch“ ist nachzusuchen.

Beim Abendansitz oben an der Waldgrenze, ca. 1600m, war es möglich auf den bekannten, mehrmals bestätigten abnormen Hirsch zum Schuss zu kommen, der auch deutlich zeichnete, aber im nahegelegenen Hochwald verschwand.

Eine Nachgehen noch am Abend brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Am nächsten Morgen und am laufenden Tag wurden mit Jagdgebrauchshunden Nachsuchen auf den vermeintlich angeschossenen Hirsch versucht, was aber auch nicht den gewünschten Erfolg brachte. Das Fehlen von Wundbett bzw. Schweiß, als Zeichen von Verletzung, hat wahrscheinlich das Nachsuchen erschwert. Die Vermutung auf eine leichte Verletzung hat nach gründlicher Überlegung dann am nächsten Tag nach ca. 40 Stunden doch noch eine weitere Nachsuche mit einem BGS Rüden stattfinden lassen. Der inzwischen einsetzenden Regen verwässerte de Verwund-Fährte, deshalb ging es anfangs schwierig, aber auf die Fährte gekommen doch recht zügig in den Hochwald, durch den dichten Jungwald über die Hochwaldgräben und anderes mehr. Der bayrische Gebirgsschweißhund suchte mit tiefer Nase die lange Wundfährte des abgegangenen Hirsches. Die lange Nachsuche mit den Erschwernissen ließ den Hundeführer schon leicht zweifeln, ob der ausgearbeitete Weg wohl der richtige ist.

Der im Wundbett liegende, nun doch schon sehr geschwächte „verletzte“ Hirsch, von den Geräuschen des Nachsuchehundes und den schwer schnaufenden, müden, Nachsuchehundeführers aufgeschreckt, ging erneut hoch – brechendes Geäst und weitere Fluchtgeräusche ließen die Fluchtrichtung erkennen Nun war es an der Zeit den Nachsuchehund (Bayrischer Gebirgsschweißhund) zu schnallen. Das Finden der letzten Wundfährte war ein Leichtes. Nun ging die Hatz auf den geflüchteten in den tiefen Graben, wo er dann auch gestellt wurde. Mit deutlichen Standlaut wurde Hirsch und Hund lokalisiert. Mit einem sicheren Schuß wurde der Hirsch von seinem Leid befreit.

 

Waidmannsheil und Waidmannsdank an das Nachsuchegespann mit dem bayrischen Gebirgschweißhund.

 

Es gibt unterschiedliche Gründe warum nicht alle Nachsuchen erfolgreich enden: Schlecht gesetzte Schüsse, auch zu weit und zu schnell, weil das Wild schon am Einziehen war, falscher Windeinfluß, aber ganz besonders hinderlich für den Erfolg sind schlechte Fluchtrichtungsangaben. Der vierläufige Nachsucher weiß längst wo es hingehen muß, aber er wird hartnäckig in die falsch angezeigte Richtung dirigiert.

Ich denke, dass der größte Teil der erfolglosen Nachsuchen auf Fehlverhalten der hinter dem Nachsuchehund agierenden Jäger und dem „Nichtanerkennen“ des Hundewillens zurückzuführen ist. Dem zufolge sind Unzufriedenheit und Schelte an den Nachsuchehund falsch adressiert; der Fehler passiert beim Schiessen und vor der Nachsuche!

 

Mit besten Grüssen

Josef Siedler – Jäger, Züchter Deutscher Jagdterrier und Hundeführer

 

P.S. Diese Geschichte, aus dem Leben eines Nachsuchehundeführers mit bayrischem Gebirgsschweißhund wurde mir zur Verfügung gestellt.

 

Waidmannsdank